← Alle Geschichten

Am Ende der Welt

Am Ende der Welt

Was ist eigentlich am Ende der Welt? Firlefanz will es unbedingt herausfinden!

Firlefanz wachte auf und schaute aus dem Fenster. Der Himmel war so weit und so blau, dass man gar nicht sehen konnte, wo er aufhörte. "Wo hört die Welt eigentlich auf?", fragte sich Firlefanz. "Das muss ich herausfinden!"

In der Küche machte sich Firlefanz ein Marmeladenbrot und eine warme Milch mit Honig. Er kaute langsam und überlegte. Ob es am Ende der Welt kalt ist? Oder warm? Ob dort jemand wohnt?

Firlefanz klopfte an Papalapapps Tür. Sein Vater saß in seinem Lieblingssessel und trank Kaffee. "Papalapapp, wo ist das Ende der Welt?" Papalapapp lächelte. "Ganz weit weg, hinter allem, was du kennst. Man muss immer weiter gehen, bis es nicht mehr weitergeht." Er stellte seine Tasse ab. "Ich komme mit."

Firlefanz zog sich warm an: den grünen Hut, die dicken Stiefel, die kuschelige Jacke. Den Wanderstock nahm er auch mit. "Wer weiß, wie weit es ist", sagte Papalapapp und band sich einen Schal um. "Am besten nehmen wir auch Kekse mit."

Und so wanderten die beiden los. Über sieben Meere, wo die Wellen leise Schlaflieder sangen. Über sieben Wüsten, wo der Sand wie Gold glitzerte. Über sieben hohe Berge, wo die Wolken so nah waren, dass man sie fast anfassen konnte. Über sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben blühende Wiesen.

Sie wanderten so weit, dass die Farben langsam anders wurden. Der Himmel wurde sanft lila und das Gras schimmerte silbern. "Wir kommen dem Ende näher", flüsterte Papalapapp. Kleine leuchtende Glühwürmchen tanzten um sie herum, als wollten sie den Weg zeigen.

Dann standen sie plötzlich an einem ganz sanften Abhang. Davor lag — nichts. Oder doch? Es war wie ein riesiger, schimmernder Nebel, der in allen Farben leuchtete. Rosa und Gold und Hellblau. "Das ist es", sagte Firlefanz leise. "Das Ende der Welt."

Aus dem schimmernden Nebel kam ein kleines Wesen heraus. Es sah aus wie ein flauschiger Stern mit großen, freundlichen Augen und winzigen Flügeln. "Hallo!", piepste es. "Ich bin Glimmi. Ich wohne hier, am Rand der Welt. Besucher kommen hier fast nie hin!"

Glimmi zeigte ihnen, wie es am Ende der Welt aussah. Überall schwebten weiche, leuchtende Wolken, auf denen man sitzen konnte wie auf Kissen. Winzige Sterne wuchsen wie Blumen aus dem Boden und machten leise, klingelnde Geräusche, wenn der Wind sie berührte.

"Und was ist hinter dem Ende?", fragte Firlefanz. Glimmi kicherte. "Dahinter fängt alles wieder von vorne an! Jedes Ende ist auch ein Anfang." Firlefanz fand das wunderschön. Sie setzten sich auf eine leuchtende Wolke und aßen zusammen die Kekse, die Papalapapp mitgebracht hatte.

Als der Himmel immer dunkler wurde und die Sterne am Rand der Welt besonders hell funkelten, wurde Firlefanz müde. "Bis bald, Glimmi", gähnte er. Glimmi schenkte ihm einen kleinen, leuchtenden Stern für die Reise nach Hause. Firlefanz hielt den Stern fest in der Hand, lehnte sich an Papalapapp und schlief ein. Und der kleine Stern leuchtete die ganze Nacht sanft in seiner Hand.