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Das Tal der sanften Riesen

Das Tal der sanften Riesen

Alle sagen, die Riesen im fernen Tal seien riesig und furchteinflößend. Aber Firlefanz fragt sich: Stimmt das wirklich?

Firlefanz wachte auf und streckte sich wohlig. Die Sonne schien warm durchs Fenster, und die Vögel sangen ihr Morgenlied. Seit Tagen dachte Firlefanz an etwas Besonderes: Irgendwo, sehr weit weg, soll es ein Tal geben, in dem riesige Wesen leben — die sanften Riesen. Alle sagten, sie seien furchtbar groß und gruselig. Aber Firlefanz fragte sich: Stimmte das wirklich?

In der Küche aß Firlefanz sein Marmeladenbrot und trank warme Milch mit Honig. Er dachte an die Riesen. Vielleicht waren sie gar nicht so schlimm. Vielleicht waren sie einfach sehr, sehr groß. Und vielleicht... waren sie einsam? Firlefanz wischte sich nachdenklich den Honig vom Mund.

Firlefanz klopfte an Papalapapps Tür. Sein Vater saß in seinem Lieblingssessel und trank Kaffee. "Papalapapp, ich möchte ins Tal der sanften Riesen reisen. Kommst du mit?" Papalapapp stellte seine Tasse ab und lächelte warm. "Natürlich", sagte er. "So ein Abenteuer schafft man am besten zu zweit."

Also zogen sie sich an. Firlefanz setzte seinen grünen Hut auf, schlüpfte in seine braunen Stiefel, zog seine warme Jacke an und nahm seinen Wanderstock. Papalapapp wickelte sich seinen Schal um den Hals und packte eine Tüte voller Kekse. "Wer weiß, wie weit es ist", lachte er. "Kekse braucht man immer."

Und so wanderten die beiden los. Über sieben Meere, wo die Wellen golden glitzerten. Über sieben Wüsten, wo der Sand wie Zucker funkelte. Über sieben hohe Berge, über sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben weite, weite Wiesen. Bis sie endlich...

...am Rand eines tiefen, grünen Tales ankamen. Unten war es ganz still. Ungewöhnlich still. Kein einziges Grollen war zu hören. Firlefanz und Papalapapp sahen sich an. Dann stiegen sie vorsichtig in das Tal hinunter.

Das Tal war wunderschön. Die Bäume waren so groß wie Häuser, die Blumen so groß wie Sonnenschirme. Und dann sahen sie es: hinter dem allergrößten Baum lag etwas — so groß wie ein Hügel. Etwas Weiches, Flauschiges. Etwas, das ganz friedlich schlief.

Das Wesen öffnete langsam ein Auge. Dann das andere. Es war riesig — so groß wie ein Haus — mit weichem goldbraunem Fell, kleinen runden Ohren und dem friedlichsten Blick, den Firlefanz je gesehen hatte. "Hallo", sagte der Riese mit der kleinsten, leisesten Stimme. "Habt ihr... keine Angst vor mir?"

"Überhaupt nicht", sagte Firlefanz. Der Riese — er hieß Mummel — sah sehr erstaunt aus. Er war schon lange allein im Tal, weil alle, die kamen, sofort wieder wegliefen. "Aber ich würde niemandem etwas tun", sagte Mummel leise. "Ich schlafe gerne und schaue Wolken an. Das ist alles."

Firlefanz und Papalapapp verbrachten den ganzen Nachmittag mit Mummel. Sie saßen auf seiner riesigen, weichen Pfote und aßen gemeinsam Kekse. Mummel hielt sie beide so behutsam wie ein Sommerlüftchen. Er zeigte ihnen seine Lieblingswolken und erzählte ihnen, wie sie hießen.

Als der Abend kam, gähnte Firlefanz ein großes Gähnen. Es war Zeit, nach Hause zu gehen. Mummel lächelte sein weiches Lächeln. "Kommt ihr wieder?", fragte er leise. "Immer", sagte Firlefanz. Auf dem Heimweg lehnte Firlefanz sich an Papalapapp und schlief langsam ein — und träumte von sanften Riesen und wolkenförmigen Keksen.