Firlefanz sieht ein Flugzeug am Himmel und möchte unbedingt einen richtigen Flughafen besuchen — und erlebt dort einen ganz besonderen Tag!
Firlefanz wachte auf und schaute sofort aus dem Fenster. Hoch oben am Himmel flog ein silbernes Flugzeug — weit, weit weg. "Ich möchte einen echten Flughafen sehen!", rief er. Er stellte sich vor, wie riesige Flugzeuge auf langen Pisten landen und starten würden. Das wollte er ganz genau anschauen!
Zum Frühstück gab es Butterbrote mit Erdbeermarmelade und einen warmen Kakao. Firlefanz schaute träumerisch in den blauen Himmel. Immer wieder flog ein Flugzeug vorbei, ganz klein und silbern. "Wie viele Reisende wohl darin sitzen?", dachte er. Er konnte es kaum erwarten loszugehen.
Firlefanz lief zu Papalapapp. Der saß auf der Veranda und trank seinen Morgenkaffee, ein Flugzeugbuch auf den Knien. "Papalapapp! Ich möchte einen echten großen Flughafen besuchen!" Papalapapp lächelte. "Den Großen Wolkenhafen von Fluminor gibt es seit tausend Jahren. Möchtest du, dass ich mitkomme?" "Ja, bitte!", rief Firlefanz. "Dann brechen wir auf!", sagte Papalapapp.
Firlefanz zog sich für die große Reise an: den grünen Hut, die festen Wanderstiefel, die warme Jacke und natürlich den Wanderstock. Papalapapp packte Käsebrote, Nüsse und einen Krug Himbeerlimonade ein. "Bereit?", fragte er. "Bereit!", rief Firlefanz fröhlich.
Und so wanderten sie los, Firlefanz und Papalapapp. Über sieben Meere, auf denen Delfine sprangen. Über sieben Wüsten, wo goldener Sand in der Sonne glitzerte. Über sieben hohe Berge, sieben breite Flüsse und durch sieben dichte Wälder. Manchmal trug ein freundlicher Wind sie ein Stückchen weiter. Die Welt war groß und wunderbar.
Nach sieben Tagen sahen sie ihn in der Ferne: den Großen Wolkenhafen von Fluminor. Überall blinkten bunte Lichter, und riesige Flugzeuge glitten lautlos durch die Luft. "Oh!", machte Firlefanz und blieb staunend stehen. Es war noch viel größer als er sich vorgestellt hatte. Papalapapp legte ihm die Hand auf die Schulter und lächelte.
Im Inneren des Flughafens war es hell und lebendig. Überall liefen Reisende mit bunten Koffern, und leuchtende Anzeigetafeln zeigten fremde Städtenamen. Eine freundliche Eule in blauer Uniform kam auf sie zu. "Willkommen im Wolkenhafen! Ich bin Tilda. Darf ich euch herumführen?" Firlefanz nickte begeistert.
Tilda brachte sie zu einem riesigen Fenster, das auf die Startbahn zeigte. Ein silbernes Flugzeug rollte langsam heran, dann immer schneller — und hob plötzlich ab! Firlefanz drückte die Nase ans Glas. Das Flugzeug stieg höher und höher, bis es nur noch ein kleiner Punkt am Himmel war. "Das ist das Schönste, was ich je gesehen habe!", flüsterte er.
Tilda zeigte ihnen das große Gepäckband, wo bunte Koffer im Kreis fuhren, und den hohen Kontrollturm, von dem aus alle Flugzeuge gelenkt wurden. Im Wartebereich trafen sie viele Reisende: eine fröhliche Schildkrötenfamilie, die nach Purpurien flog, und einen alten Froschmusiker mit einem runden Hutkoffer. Alle lachten und erzählten von ihren Abenteuern.
Im Flughafenrestaurant aßen sie warme Tomatensuppe und knuspriges Brot. Durchs Panoramafenster konnten sie die Flugzeuge beim Landen beobachten. Tilda erzählte, dass jeden Tag tausend Flugzeuge abhoben und landeten. "Jedes trägt Reisende zu neuen Abenteuern", sagte sie lächelnd. Papalapapp trank zufrieden seinen Kaffee.
Zum Abschluss durften Firlefanz und Papalapapp ganz nah an ein riesengroßes Flugzeug heran. Es war leuchtend orange und glänzte in der Abendsonne. Firlefanz legte behutsam die Hand auf das kühle Metall. "Eines Tages fliege ich damit ins Blaue", flüsterte er. Papalapapp schmunzelte. "Das glaube ich dir."
Den Heimweg gingen Firlefanz und Papalapapp still und glücklich, über sieben Ebenen, sieben Wälder, sieben Flüsse, sieben Berge, sieben Wüsten und sieben Meere. Als Firlefanz in seinem warmen Bett lag, schloss er die Augen. Er träumte von silbernen Flugzeugen, die in den Abendhimmel stiegen — hinauf in die Wolken, weit, weit weg.