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Der erste Kindergartentag

Der erste Kindergartentag

Firlefanz ist aufgeregt wie noch nie — heute ist sein erster Tag im Kindergarten! Was wird er dort wohl erleben, und wen wird er kennenlernen?

Firlefanz wachte auf und blinzelte. Ein Kribbeln fuhr ihm durch den Bauch — ein besonderes, aufregendes Kribbeln. Heute war sein erster Tag im Kindergarten! Nicht mehr Krabbelgruppe — richtiger Kindergarten! Er sprang aus dem Bett und hüpfte einmal ums Zimmer.

Beim Frühstück aß Firlefanz Brot mit Erdbeermarmelade und trank einen warmen Hafertee. Er stellte sich vor, wie der Kindergarten wohl aussehen mochte. Vielleicht gab es eine Bauecke? Oder Farben zum Malen? Oder andere Kinder, die so abenteuerlustig waren wie er?

Firlefanz lief zu Papalapapp. Der stand in der Küche und trank seinen Morgenkaffee — mit einem so grossen Lächeln, dass seine Augen fast verschwanden. "Heute ist dein grosser Tag, Firlefanz!", rief Papalapapp. "Ich begleite dich. Aber zuerst — zieh dich fein an, der Weg ist weit!" Und er stellte seine Tasse hin.

Firlefanz zog seinen blauen Rucksack an, band die bunten Stiefel, schlüpfte in die warme Jacke und wickelte den gestreiften Lieblingsschal ums Kinn. Er stellte sich vor den Spiegel. "Ich sehe aus wie jemand, der heute etwas Grosses vorhat", sagte er und nickte sich selbst ernst zu.

Sie zogen los. Über sieben Gassen und sieben Brücken, durch sieben raschelnde Laubwälder und über sieben sanfte Hügel, an sieben plätschernden Bächen entlang und an sieben bunten Marktplätzen vorbei. Firlefanz hielt Papalapapps Hand fest und schaute auf alles mit grossen Augen. Jeder Schritt fühlte sich gross an.

Dann sahen sie es: Das Kindergartenhaus stand am Ende einer langen Lindenallee — bunt angemalt, mit einem grossen Garten voller Schaukeln, Sandkasten und einem roten Kletterturm. Vor dem Eingang standen schon andere Kinder mit Rucksäcken. Firlefanz blieb einen Moment stehen. Das Kribbeln im Bauch wurde sehr gross.

"Und wenn sie mich nicht mögen?", flüsterte Firlefanz leise. Papalapapp kniete sich hin und sah ihn an. "Du bist Firlefanz. Wenn sie dich erst kennen, werden sie dich sehr mögen." Er gab ihm eine lange, warme Umarmung. "Ich hole dich heute Mittag wieder ab. Versprochen."

Eine Kindergärtnerin mit einem gelben Zopf und einem Herz auf der Schürze kam herausgelaufen. "Willkommen, Firlefanz! Ich bin Frau Blume. Wir haben schon auf dich gewartet!" Da zupfte jemand an seinem Schal. Ein kleines Wesen mit runden Augen und einem orangefarbenen Hut schaute ihn an. "Ich bin Finja. Willst du heute mit mir bauen?"

Firlefanz und Finja bauten in der Bauecke einen Turm aus Holzklötzen — immer höher, immer wackeliger, immer mutiger. Als er schliesslich kippte und alle Klötze polternd auf den Boden fielen, lachten Firlefanz und Finja so laut, dass die anderen Kinder herbeikamen und mitlachten. Dann bauten sie alle gemeinsam von vorn.

Sie sangen Lieder im Kreis, malten Bilder mit dicken Pinseln und klebten goldene Sterne aus glänzendem Papier. Beim Mittagessen sassen alle an einem langen Tisch. Es gab Tomatensuppe mit Brot. Firlefanz merkte: das Kribbeln im Bauch war weg. Stattdessen war alles ganz warm und ruhig.

Als Papalapapp am Mittag an der Tür erschien, winkte Firlefanz noch einmal zu Finja. "Bis morgen!", rief er. Finja winkte zurück und rief: "Morgen bauen wir einen noch grösseren Turm!" Firlefanz lachte. "Ja! Einen riesigen!"

Auf dem Heimweg erzählte Firlefanz Papalapapp von allem: vom Turm, von Finja, von den goldenen Sternen, von Frau Blume und der Tomatensuppe. Papalapapp hörte zu und lächelte. Als das kleine Haus in Sicht kam, gähnte Firlefanz leise. Er kletterte auf Papalapapps Rücken und schloss die Augen. Das war sein bisher schönster Tag — und morgen durfte er wiederkommen.