Der Mond leuchtet jede Nacht — aber hat ihn je jemand besucht? Firlefanz macht sich auf die Reise, um den Mond kennenzulernen!
Firlefanz wachte auf und schaute aus dem Fenster. Der Himmel war schon hell und rosa — aber da oben hing noch etwas. Rund und silbern und ganz still. Der Mond! Er war noch da, mitten am Morgen. Firlefanz blinzelte. "Hallo, Mond", flüsterte er. "Schläfst du nie?" Und in diesem Moment fragte sich Firlefanz: Wie wäre es wohl, den Mond zu besuchen?
In der Küche aß Firlefanz ein Haferbrötchen mit Honig und trank eine warme Kakaoschale. Dabei schaute er immer wieder zum Fenster hinaus. Der Mond war noch da. Er schwebte leise am Morgenhimmel, als würde er auf jemanden warten. Vielleicht wartete er auf Firlefanz.
Firlefanz lief zu Papalapapp. Der saß auf der Veranda und trank seinen Morgenkaffee. "Papalapapp, wie kommt man zum Mond?" Papalapapp lächelte. "Am Ende der Welt berührt der Himmel die Erde. Dort kann man einfach hinaufsteigen — wenn man es wirklich möchte." Er stand auf. "Ich komme mit."
Firlefanz zog sich für die Reise an: den grünen Hut, die festen Stiefel und die warme Jacke. Den Wanderstock nahm er natürlich auch mit. "Pack Sterne ein, falls es dunkel wird", sagte Papalapapp und zwinkerte. Firlefanz lachte. Er steckte ein paar Glitzersteinchen in die Tasche — die waren fast genauso gut wie echte Sterne.
Sie wanderten los. Über sieben Meere, auf denen das Mondlicht noch in den Wellen schlief. Über sieben Wüsten, wo der Sand in der Frühe silbern schimmerte. Über sieben hohe Berge, sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben weite Ebenen. Je weiter sie gingen, desto stiller wurde es um sie herum — und desto heller leuchtete der Mond vor ihnen am Himmel.
Dann standen sie am Ende der Welt. Vor ihnen war nichts — nur Himmel, ganz nah, weich und dunkelblau. "Hier ist es", sagte Papalapapp leise. Der Himmel schimmerte. Als Firlefanz die Hand ausstreckte, war er so leicht wie Atem. Gemeinsam stiegen sie hinauf, Schritt für Schritt — als würden unsichtbare Stufen sie tragen.
Oben angekommen, landeten sie sanft auf dem Mond. Er war groß und rund und leuchtete von innen heraus, silbrig und warm zugleich. Der Boden war weich wie Mondstaub, und überall standen kleine Kristalle, die leise klingelten, wenn der Mondwind sie berührte. Es war wunderschön — und ganz, ganz still.
Da hörten sie ein leises Summen. Aus einem Krater stieg eine sanfte Gestalt — rund und leuchtend, mit großen silbernen Augen. "Hallo", sagte sie leise. "Ich heiße Luna. Ihr seid die Ersten, die mich besuchen." Firlefanz lächelte. "Ich bin Firlefanz. Und das ist Papalapapp. Wir wollten dich kennenlernen."
Luna erzählte, dass sie jede Nacht über alle Dörfer, Wälder und Meere leuchte. Sie sehe schlafende Kinder, träumende Tiere, stille Seen. "Alle schauen zu mir hoch", sagte Luna leise. "Aber noch nie hat mich jemand besucht. Ich dachte, ich wäre zu weit weg für Freundschaft." Firlefanz schüttelte den Kopf. "Niemand ist zu weit weg für Freundschaft."
Sie verbrachten den ganzen Tag miteinander. Luna zeigte ihnen ihre Lieblingskrater und die Stellen, von denen man die Erde sehen konnte — blau und leuchtend wie eine Kugel. Papalapapp aß einen Mondkeks, der nach Sternenstaub schmeckte. Firlefanz erzählte Luna von seinem Dorf und all seinen Abenteuern. Luna hörte zu und strahlte immer heller.
Als es Zeit war zu gehen, nahm Luna Firlefanz' kleine Pfote in ihre leuchtenden Hände. "Jede Nacht, wenn du aus dem Fenster schaust, werde ich ein bisschen extra für dich leuchten. Damit du weißt: Ich bin noch da. Und ich denke an dich." Firlefanz lächelte. "Und ich winke dir jede Nacht. Versprochen."
Den Heimweg gingen sie leise, über sieben Ebenen, sieben Wälder, sieben Flüsse, sieben Berge, sieben Wüsten und sieben Meere. Als Firlefanz in seinem warmen Bett lag, schaute er aus dem Fenster. Dort leuchtete der Mond — heller als je zuvor. Firlefanz winkte. Der Mond leuchtete ein kleines bisschen mehr. Dann schlief Firlefanz ein, und Luna wachte die ganze Nacht über ihn.