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Firlefanz und der Schachmeister

Firlefanz und der Schachmeister

Firlefanz möchte Schach lernen und reist zum weisen Großmeister Zeno — der ihm das schönste Spiel der Welt beibringt!

Firlefanz wachte auf und streckte sich wohlig. Die Morgensonne schien durchs Fenster und malte goldene Streifen aufs Bett. Plötzlich hatte er eine Idee. "Ich möchte Schach lernen!", rief er. Er hatte von einem großen Schachmeister geträumt — dem weisen Großmeister Zeno, der in einem hohen weißen Turm wohnte und die allerschönsten Schachpartien der Welt spielte.

In der Küche aß Firlefanz seinen Haferbrei mit Honig und trank eine warme Tasse Kräutertee. Dabei schaute er nachdenklich auf sein kleines Schachspiel, das er einmal auf dem Markt gefunden hatte. König, Königin, Türme, Läufer, Springer und Bauern — wie mochten sie wohl alle zusammenspielen? Firlefanz wollte es unbedingt herausfinden.

Firlefanz lief zu Papalapapp. Der saß auf der Veranda und trank seinen Morgenkaffee. "Papalapapp! Ich möchte den Schachgroßmeister Zeno besuchen und Schach lernen!" Papalapapp lächelte. "Er wohnt im Alabasterturm am Ende der Welt. Möchtest du, dass ich mitkomme?" "Ja, bitte!", rief Firlefanz. Papalapapp stand auf. "Dann brechen wir auf!"

Firlefanz zog sich für die große Reise an: den grünen Hut, die festen Wanderstiefel, die warme Jacke. Den Wanderstock nahm er natürlich auch mit. Papalapapp schnürte seinen Rucksack mit Proviant — Käsebroten, Nüssen und einem Krug Himbeerlimonade. "Bereit?", fragte Papalapapp. "Bereit!", rief Firlefanz.

Und so wanderten sie los, Firlefanz und Papalapapp. Über sieben Meere, auf denen Möwen ihnen den Weg zeigten. Über sieben Wüsten, wo der Sand golden glitzerte. Über sieben hohe Berge, sieben Flüsse und durch sieben dichte Wälder. Manchmal ritten sie auf freundlichen Wolken, manchmal sangen Vögel ihnen Lieder, um den Weg kürzer zu machen.

Nach sieben Tagen kamen sie ins Reich des Zauberschachs. Hier sahen die Bäume aus wie riesige Schachfiguren aus weißem und schwarzem Holz. Die Wege waren schwarz-weiß gemustert wie ein Schachbrett, wohin man auch blickte. Kleine bunte Vögel hüpften von Feld zu Feld. "Wie wunderschön!", flüsterte Firlefanz und hüpfte fröhlich hinterher.

Am Ende des Schachbrettweges ragte ein hoher weißer Turm in den blauen Himmel. Auf dem Balkon saß ein alter, freundlicher Mann mit langem weißem Bart. "Willkommen, junger Firlefanz! Und willkommen, lieber Papalapapp!", rief er fröhlich. "Ich bin Großmeister Zeno. Ich habe auf euch gewartet. Kommt herauf!"

Zeno führte sie in ein gemütliches Zimmer voller Schachbretter und Bücher. Er setzte sich zu Firlefanz und erklärte geduldig alle Figuren. "Der König darf immer nur einen Schritt machen, aber er ist das Wichtigste. Die Königin darf weit laufen, wohin sie möchte. Der Springer springt in einem L — so!" Firlefanz hörte mit großen, leuchtenden Augen zu.

Dann spielten sie ihre erste Partie. Firlefanz dachte lange nach, bevor er eine Figur bewegte. Er schaute das ganze Brett an — links, rechts, vorne, hinten. Großmeister Zeno lächelte warm und lobte jeden klugen Zug. "Sehr gut! Du denkst wie ein echter Schachspieler!" Papalapapp schaute zu und nickte stolz. Am Ende schüttelten sie sich herzlich die Hände.

Beim Abendessen aßen sie Schachbrettkekse, die aussahen wie winzige schwarz-weiße Felder. Zeno erzählte von seiner Lieblingsweisheit. "Schach ist wie eine Reise, Firlefanz. Man plant voraus, ist geduldig, und am Ende findet man immer einen Weg." Firlefanz nickte und lachte. "Genau wie eine echte Reise!" Sie aßen Kekse und redeten bis die Sterne aufgingen.

Als es Zeit war zu gehen, holte Zeno ein kleines, wunderschönes Schachspiel aus buntem Holz hervor. "Das gehört jetzt dir. Übe jeden Tag ein bisschen." Firlefanz umarmte den alten Meister fest. "Darf ich dich eines Tages wiederkommen besuchen?" Zeno strahlte. "Ich freue mich immer, wenn du kommst. Die Tür steht offen."

Den Heimweg gingen Firlefanz und Papalapapp still und glücklich, über sieben Ebenen, sieben Wälder, sieben Flüsse, sieben Berge, sieben Wüsten und sieben Meere. Als Firlefanz in seinem warmen Bett lag, hielt er das kleine Schachspiel sanft in den Händen. Er schloss die Augen und träumte von klugen Zügen, geduldigen Spielen und dem freundlichen Großmeister Zeno.