Firlefanz kommt neu in den Waldkindergarten — einen Kindergarten ohne Haus, mitten zwischen den Bäumen! Mit Matschhose und Gummistiefeln wartet ein Tag voller Moos, Feuerstelle und neuer Freunde.
Firlefanz wachte auf, und da fiel es ihm sofort ein: Heute war sein erster Tag im Waldkindergarten! Ein Kindergarten ohne Haus, ohne Dach, ohne Türen — mitten zwischen den Bäumen. Firlefanz spürte ein Kribbeln im Bauch. Ein bisschen Freude und ein bisschen Herzklopfen, ganz durcheinander.
Zum Frühstück löffelte Firlefanz warmen Haferbrei mit Apfelstückchen und Honig. Dabei überlegte er: Wo setzt man sich hin, wenn es keine Stühle gibt? Und was macht man, wenn es regnet? So viele Fragen. Die musste er unbedingt Papalapapp stellen.
Papalapapp saß auf der Bank vor seinem Haus und trank seinen Morgenkaffee. "Papalapapp! Wo ist der Waldkindergarten? Und wie kommt man dort hin?", rief Firlefanz schon von weitem. Papalapapp lächelte. "Er liegt hinter dem großen Buchenhügel, auf einer Lichtung. Ich bringe dich hin. Aber im Wald braucht man die richtige Ausrüstung!"
Firlefanz schlüpfte in seine dunkelblaue Matschhose, die bis über den Bauch ging, und stampfte in die roten Gummistiefel. Dazu den grünen Hut, den kleinen braunen Rucksack mit dem Znüni und den Wanderstock. Er drehte sich vor dem Spiegel einmal im Kreis. "So sieht ein richtiges Waldkind aus", sagte er zufrieden.
Dann ging es los. Über sieben Gassen und an sieben Gartenzäunen vorbei, über sieben plätschernde Bäche, sieben moosige Steine und sieben sanfte Hügel, bis das Dorf ganz klein hinter ihnen lag. Firlefanz hielt Papalapapps Hand fest. Mit jedem Schritt wurden die Bäume höher und der Boden weicher, und es roch nach Erde, Tannennadeln und Pilzen.
Auf einmal öffnete sich der Wald zu einer runden Lichtung. In der Mitte stand ein alter, bunt bemalter Bauwagen. Davor lag eine Feuerstelle aus grauen Steinen, und zwischen den Bäumen hingen Hängematten. Ringsum flüsterten die Blätter, als würden die Bäume leise miteinander reden. Firlefanz blieb stehen. Das Kribbeln im Bauch wurde ganz groß.
"Der Wald flüstert", sagte Firlefanz leise und drückte sich an Papalapapp. Da kam eine große, sanfte Hirschkuh mit einem grünen Filzhut aus dem Bauwagen. "Willkommen, Firlefanz! Ich bin Frau Farn", sagte sie mit einer Stimme, weich wie Moos. "Hörst du die alte Buche dort? Sie flüstert den Namen von jedem Kind, das neu zu uns kommt." Firlefanz lauschte. Und wirklich — in den Blättern raschelte es ganz leise: Fir-le-fanz, Fir-le-fanz. Da musste er lächeln.
Auf Baumstümpfen rund um die Feuerstelle saßen schon die anderen Kinder: ein kleines Eulenküken, ein Igel mit einer Zipfelmütze und ein Eichhörnchen. Alle sangen das Waldlied, und Firlefanz summte einfach mit. Papalapapp drückte ihn noch einmal fest. "Wenn die Sonne über der großen Buche steht, bin ich wieder da. Versprochen." Dann winkte er und verschwand zwischen den Bäumen.
"Ich bin Kiro", sagte da ein kleiner roter Fuchs mit einer moosgrünen Wollmütze. "Baust du mit mir eine Hütte?" Die beiden sammelten lange Äste und lehnten sie an einen dicken Baumstamm, immer mehr, bis eine richtige Hütte daraus wurde. Drinnen fielen kleine Sonnenflecken durch die Ritzen. "Das ist unser Waldhaus", flüsterte Kiro. Firlefanz nickte glücklich.
Danach kochten alle in der Matschküche. Firlefanz rührte eine Matschsuppe mit Tannenzapfen und Bucheckern. "Fertig!", rief er — und alle taten so, als würden sie schlürfen. Die beste Suppe der Welt! Zum Znüni gab es warmen Tee aus dem Kessel über dem Feuer und Apfelschnitze. Firlefanz merkte: Das Kribbeln war weg. Stattdessen war ihm warm und leicht.
Dann kam die Waldruhe. Jedes Kind legte sich in eine Hängematte, und Frau Farn schaukelte sie ganz sanft an. Über Firlefanz wiegten sich die Blätter im Wind, und das Licht funkelte dazwischen. Ein Specht klopfte irgendwo, ein Bach gluckerte, und die alte Buche flüsterte leise. Firlefanz gähnte. So still und so schön war es im Wald.
Als die Sonne über der großen Buche stand, trat Papalapapp auf die Lichtung. Firlefanz zeigte ihm stolz die Hütte. "Bis morgen, Kiro!" — "Bis morgen! Dann bauen wir das Dach!" Auf dem Heimweg wurden die Stiefel schwerer und die Augen kleiner. Papalapapp nahm Firlefanz auf den Rücken. Und zu Hause im Bett hörte Firlefanz noch ganz leise die Blätter flüstern: Fir-le-fanz. Dann schlief er ein.