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Der Wolkenflüsterer

Der Wolkenflüsterer

Die Wolken sind grau und traurig. Firlefanz macht sich auf den Weg, um den Wolkenflüsterer zu finden!

Firlefanz wachte auf und schaute aus dem Fenster. Aber irgendetwas stimmte nicht. Die Wolken waren grau. Nicht nur ein bisschen grau, sondern ganz und gar grau. Traurig grau. "Was ist denn mit den Wolken los?", flüsterte Firlefanz.

In der Küche machte sich Firlefanz ein Butterbrot mit Erdbeermarmelade und eine warme Milch. Draußen war alles still. Sonst sangen die Vögel morgens immer. Aber heute saßen sie nur da und schauten nach oben. Als würden sie auf etwas warten.

Firlefanz rannte zu Papalapapp. Der stand am Fenster und runzelte die Stirn. "Papalapapp, warum sind die Wolken so traurig?" Papalapapp nickte langsam. "Hoch oben in den Wolkenbergen lebt der Wolkenflüsterer. Er malt den Wolken jeden Tag ihre Farben. Rosa am Morgen, Weiß am Mittag, Gold am Abend. Wenn die Wolken grau sind, braucht er vielleicht Hilfe." Er zog seinen Mantel an. "Lass uns nachsehen."

Firlefanz packte sich warm ein: den grünen Hut, die dicken Stiefel und die kuschelige Jacke. Den Wanderstock nahm er auch mit. "Die Wolkenberge sind sehr hoch", sagte Papalapapp und band sich den Schal um. "Nimm am besten Kekse mit. Und warme Handschuhe."

Sie wanderten los. Über sieben Meere, wo die Wellen heute leise und still waren. Über sieben Wüsten, wo der Sand nicht glitzerte wie sonst. Über sieben hohe Berge, sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben blühende Wiesen. Alles schien ein wenig blasser als sonst, als hätte jemand die Farben leiser gedreht.

Dann kamen sie zu den Wolkenbergen. Die Berge waren so hoch, dass ihre Spitzen in den Wolken verschwanden. Eine Treppe aus weichen, schimmernden Stufen führte nach oben. "Die Wolkentreppe", sagte Papalapapp leise. "Sie trägt nur die, die es gut meinen."

Ganz oben, über den Wolken, lag eine kleine Werkstatt. Überall standen Töpfe und Eimer, gefüllt mit leuchtenden Farben: Sonnengelb, Abendrot, Morgenrosa, Himmelsblau. Aber die Pinsel lagen am Boden. Und in der Mitte saß ein kleines, flauschiges Wesen mit langen Ohren und einem traurigen Gesicht. Es hatte Fell wie eine Wolke — weich und weiß.

"Bist du der Wolkenflüsterer?", fragte Firlefanz vorsichtig. Das Wesen nickte. "Ich bin Wölkchen. Ich male die Wolken jeden Tag an. Aber gestern hat der Wind meine Lieblingspinsel weggeweht. Ohne sie kann ich die Farben nicht richtig mischen." Wölkchen schniefte leise. "Und jetzt sind alle Wolken traurig."

"Dann suchen wir sie!", rief Firlefanz. Sie suchten überall: hinter den Wolkentürmen, unter den Regenbogenbrücken, zwischen den Sternblumen. Papalapapp fand einen Pinsel im Windkanal, wo der Wind leise pfiff. Firlefanz entdeckte zwei weitere in einem Nest aus Wattewolken, wo ein kleiner Wolkenvogel sie als Dach benutzt hatte.

"Meine Pinsel!", rief Wölkchen und hüpfte vor Freude. Er tauchte den ersten Pinsel in Abendrot und malte einen langen, sanften Strich über die nächste Wolke. Sofort leuchtete sie in warmem Rosa. "Darf ich auch mal?", fragte Firlefanz. Wölkchen gab ihm einen Pinsel mit Sonnengelb. Firlefanz malte vorsichtig eine kleine Wolke an. Sie wurde golden und strahlte wie ein Lampion.

Zusammen malten sie den ganzen Himmel an. Wölkchen mischte die Farben, Papalapapp hielt die Töpfe, und Firlefanz malte die kleinen Wolken, die ganz weit unten schwebten. Langsam wurde der Himmel wieder bunt. Rosa und Gold und zartes Blau. Unten in den Dörfern schauten die Leute nach oben und lächelten.

Als der Abend kam, leuchtete der Himmel in den schönsten Farben, die Firlefanz je gesehen hatte. Wölkchen strahlte. "Danke, ihr beiden. Kommt mich bald wieder besuchen!" Er schenkte Firlefanz einen winzigen Pinsel, nicht größer als ein Finger. "Damit kannst du zu Hause kleine Wolken malen, wann immer du möchtest." Auf dem Heimweg lehnte sich Firlefanz an Papalapapp und schlief ein. Und über ihnen leuchteten die Wolken in sanftem Abendgold, gemalt vom Wolkenflüsterer und einem kleinen Drachen.