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Der Zauber-Zoo

Der Zauber-Zoo

Firlefanz hat von einem magischen Zoo gehört, in dem die Tiere freiwillig leben. Er macht sich auf die Reise zum Schlummersee!

Firlefanz wachte auf und rieb sich die Augen. Er hatte etwas Wunderbares geträumt: eine Giraffe, die gesungen hatte. Eine richtige Melodie, ganz sanft und warm. "Gibt es so etwas wirklich?", murmelte Firlefanz und schaute aus dem Fenster.

In der Küche machte sich Firlefanz ein Honigbrot und eine warme Milch. Dabei erinnerte er sich: Ein Schmetterling hatte ihm einmal von einem Zoo erzählt. Einem Zoo, in dem die Tiere singen, malen und stricken. "Der Zauber-Zoo am Schlummersee", flüsterte Firlefanz. "Den muss ich finden."

Firlefanz rannte zu Papalapapp. Der goss gerade seine Blumen und summte ein Lied. "Papalapapp, kennst du den Zauber-Zoo am Schlummersee?" Papalapapp stellte die Gießkanne ab und lächelte. "Natürlich! Man muss über die Kicherberge und durch den Flüsterwald. Es ist ein weiter Weg." Er nahm seinen Schal. "Ich komme mit."

Firlefanz zog sich warm an: den grünen Hut, die dicken Stiefel und die kuschelige Jacke. Den Wanderstock nahm er auch mit. Papalapapp packte eine Tüte Kekse ein. "Für unterwegs", sagte er und zwinkerte. "Und vielleicht mögen die Tiere im Zoo auch Kekse."

Sie wanderten los. Über sieben Meere, sieben Wüsten, sieben hohe Berge, sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben blühende Wiesen. Dann kamen sie zu den Kicherbergen. Bei jedem Schritt kicherten die Steine unter ihren Füßen. Firlefanz musste so sehr lachen, dass er sich auf einen Felsen setzen musste — und der Felsen kicherte auch!

Hinter den Kicherbergen lag der Flüsterwald. Die Bäume hatten silberne Blätter, die leise Geheimnisse flüsterten. "Geradeaus", wisperte eine alte Eiche. "Immer dem Leuchten folgen." Firlefanz und Papalapapp gingen still durch den Wald, bis sie am anderen Ende ein sanftes Schimmern sahen.

Da lag er: der Schlummersee. Das Wasser leuchtete sanft, als wäre warme Milch darin. Am Ufer stand ein altes Holzschild: "Willkommen, wenn du magst." Dahinter lag der Zauber-Zoo. Aber es gab keine Zäune. Keine Käfige. Nur sanfte Wege zwischen Bäumen und Blumenwiesen.

Als Erstes trafen sie Melodina, eine Giraffe mit einem langen, schimmernden Hals. Sie summte ein Schlaflied, und ihr Hals vibrierte dabei wie eine Stimmgabel. "Das ist die Giraffe aus meinem Traum!", rief Firlefanz leise. Melodina beugte ihren langen Hals herunter und summte ihm zur Begrüßung eine kleine Melodie.

Dann kam Brummbär Bruno angetrottet, ein dicker, gemütlicher Bär. Er hatte Farbe an den Pfoten und malte gerade ein Bild von Wolken und Mondschein. "Er malt nur Wolken und Monde", flüsterte eine freundliche Schlange, die neben ihnen auftauchte. Das war die Schlummerschlange. Sie strickte winzige Decken für Tiere, die froren.

"Willkommen im Zauber-Zoo!", sagte eine tiefe, langsame Stimme. Vor ihnen stand Herr Schildfried, eine uralte Schildkröte mit einer kleinen Brille auf der Nase. "Ich bin der Wärter hier. Aber eigentlich passe ich auf niemanden auf. Die Tiere leben hier, weil sie es mögen." Er lächelte. "Und weil ich abends die besten Geschichten erzähle."

Als die Sonne unterging, leuchtete der Schlummersee in sanftem Gold. Alle Tiere versammelten sich um Herrn Schildfried. Melodina legte sich ins Gras, Bruno stellte seine Pinsel weg, und die Schlummerschlange rollte sich gemütlich zusammen. Herr Schildfried begann zu erzählen. Seine Stimme war so warm und ruhig, dass sogar Papalapapp die Augen zufielen.

Firlefanz lehnte sich an Papalapapp und gähnte. "Das war der schönste Zoo der Welt", murmelte er. Melodina summte ihnen ein Abschiedslied, und Herr Schildfried winkte langsam mit seiner alten Pfote. "Kommt bald wieder. Es gibt noch so viele Geschichten." Auf dem Heimweg schlief Firlefanz auf Papalapapps Rücken ein. Und über dem Schlummersee leuchteten die Sterne wie kleine Nachtlichter, nur für ihn.