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Der Zauberwald

Der Zauberwald

Tief im Land soll ein Wald liegen, in dem die Bäume sprechen können. Firlefanz macht sich auf, um sie zu finden!

Firlefanz wachte auf und streckte sich. Die Morgensonne kitzelte seine Nase. "Was für ein schöner Tag", gähnte er. "Heute möchte ich etwas ganz Besonderes erleben." Er dachte nach. Wohin sollte die Reise heute gehen? Zu den Bergen? Ans Meer? Oder vielleicht in den geheimnisvollen Zauberwald, von dem Papalapapp manchmal erzählte?

In der Küche machte sich Firlefanz ein kleines Frühstück: eine Scheibe Brot mit Honig und ein paar süße Beeren. Dazu trank er einen Schluck warme Milch. Während er kaute, musste er immerzu an den Zauberwald denken. "Stimmt es wirklich, dass dort Bäume leben, die sprechen können?", wunderte er sich. "Das muss ich herausfinden."

Firlefanz lief hinüber zu Papalapapp. Der saß gemütlich vor seinem Häuschen und trank seinen Morgenkaffee. "Papalapapp, wie komme ich in den Zauberwald?", fragte Firlefanz. Papalapapp lächelte. "Ah, der Zauberwald. Tief, tief im Land liegt er. Dort flüstern die Bäume und erzählen uralte Geschichten. Sei freundlich zu ihnen, dann sind sie es auch zu dir." "Kommst du mit?" "Heute bleibe ich hier, mein Kleines. Aber in Gedanken bin ich bei dir."

Firlefanz zog sich warm an: den grünen Hut, die festen Stiefel und die kuschelige Jacke. Den Wanderstock nahm er auch mit. "Vergiss die Kekse nicht", rief Papalapapp und steckte ihm ein kleines Päckchen zu. "Ein langer Weg macht hungrig." Firlefanz nickte und winkte fröhlich zum Abschied.

Und dann ging die große Reise los. Firlefanz wanderte über sieben Meere, wo die Wellen leise plätscherten. Über sieben Wüsten, wo der warme Sand unter seinen Stiefeln knirschte. Über sieben hohe Berge, über sieben rauschende Flüsse und über sieben blühende Wiesen. Der Weg war lang, doch Firlefanz summte ein Lied und freute sich auf den Wald.

Endlich stand Firlefanz am Rand des Zauberwaldes. Die Bäume waren riesig und alt, ihre Äste verschlangen sich hoch oben zu einem grünen Dach. Es war still. Ganz still. Nur die Blätter raschelten leise. Firlefanz schluckte. "Hallo?", flüsterte er vorsichtig. "Ist hier jemand?"

Da knarzte es. Und dann — Firlefanz traute seinen Ohren kaum — sprach eine tiefe, freundliche Stimme: "Willkommen, kleiner Wanderer." Vor ihm öffnete eine mächtige alte Eiche zwei sanfte Augen in ihrer Rinde. "Ich bin Holderbart, der älteste Baum im Wald. Hab keine Angst. Wer höflich klopft, ist immer willkommen."

Auf einmal erwachte der ganze Wald. Überall öffneten Bäume ihre Augen und lächelten. Eine schlanke Birke kicherte, eine dicke Buche brummte gemütlich. "Ein Gast! Ein Gast!", flüsterten die Blätter. Kleine Glühwürmchen tanzten zwischen den Stämmen und tauchten alles in ein warmes, goldenes Licht.

Holderbart erzählte Firlefanz von den alten Zeiten: von Regen und Sonne, von Vögeln, die in seinen Ästen geschlafen hatten, und von Wurzeln, die tief in der Erde miteinander tuschelten. "Wir Bäume haben viel Zeit", brummte Holderbart. "Wir wachsen langsam und träumen lange. Möchtest du unseren Lieblingstraum hören?" Firlefanz nickte und setzte sich ins weiche Moos.

Da begannen die Bäume zu singen. Ganz leise wiegten sie ihre Äste hin und her und rauschten ein sanftes Lied. Es klang wie der Wind und wie das Meer zugleich. Firlefanz' Augen wurden schwer. Das Moos war so weich, das Licht so warm, das Lied so sanft. Beinahe wäre er gleich hier eingeschlafen.

Bevor Firlefanz ging, ließ Holderbart ein einziges goldenes Blatt herabschweben. "Nimm es mit", raunte er. "Wenn du es ans Ohr hältst, hörst du uns flüstern — egal, wie weit du fort bist." "Danke", sagte Firlefanz gerührt. "Ich komme euch ganz bestimmt wieder besuchen." "Das wissen wir", lächelten die Bäume. "Gute Reise, kleiner Freund."

Den ganzen Heimweg hielt Firlefanz das goldene Blatt fest in der Hand. Manchmal hob er es ans Ohr und hörte das leise Rauschen des Zauberwaldes. Zu Hause kuschelte er sich müde in sein Bett und legte das Blatt auf sein Kissen. Und während er einschlief, flüsterten die Bäume ihm noch lange ein sanftes Gute-Nacht-Lied. Schlaf gut, Firlefanz.