Firlefanz träumt vom allergrößten Zirkus der Welt. Hinter den sieben Hügeln wartet der Zirkus Sternenschweif mit einer ganz besonderen Vorstellung!
Firlefanz wachte auf, und etwas kitzelte ihn in der Nase. Er hatte von bunten Lichtern geträumt, von leiser Musik und vom Lachen vieler fröhlicher Tiere. "Ein Zirkus!", flüsterte Firlefanz und setzte sich kerzengerade in seinem Bett auf. "Heute möchte ich einen richtigen Zirkus sehen."
In der Küche knabberte Firlefanz an einem warmen Marmeladenbrot und trank einen Schluck Beerensaft. Dabei wippte er mit den Füßen, als spielte schon irgendwo eine Musik. "Ob es wohl den allergrößten Zirkus der ganzen Welt gibt?", überlegte er. "Mit Jongleuren und Seiltänzern und einem echten Direktor mit Zylinderhut?"
Firlefanz hüpfte hinüber zu Papalapapp. Der saß auf der Bank vor seinem Haus und trank gemütlich seinen Morgenkaffee. "Papalapapp, gibt es den allergrößten Zirkus der Welt?" Papalapapp schmunzelte. "Du meinst den Zirkus Sternenschweif. Der reist weit, weit fort hinter den sieben Hügeln umher." Er stellte die Tasse ab. "Komm, ich zeige dir den Weg — und ich komme mit."
Firlefanz zog sich für die große Reise an: den grünen Hut, die festen Stiefel und die warme Jacke. Den Wanderstock klemmte er sich unter den Arm. Papalapapp band sich seinen Schal um und steckte zwei rote Äpfel ein. "Für unterwegs", sagte er und zwinkerte. "Eine Zirkusreise macht hungrig."
Sie wanderten los. Über sieben Meere, sieben Wüsten, sieben hohe Berge, sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben blühende Wiesen. Und je weiter sie kamen, desto öfter hörten sie es: ein leises Trommeln, ein zartes Trompeten, ein Kichern im Wind. Die Musik des Zirkus zog sie immer weiter.
Hinter dem letzten Hügel stand es endlich: ein riesiges Zelt, so groß wie ein Berg, mit Streifen aus Mitternachtsblau und Gold. Ganz oben drehte sich eine glitzernde Fahne. Bunte Lampions schaukelten im Abendwind, und von überallher strömten freundliche Tiere herbei. "Wir sind da!", jubelte Firlefanz.
Am Eingang stand Direktor Mondino, ein runder, gemütlicher Herr in einem samtblauen Mantel und mit einem hohen Zylinderhut. "Willkommen im Zirkus Sternenschweif!", rief er und verbeugte sich tief. "Tretet ein, tretet ein — gleich beginnt die allergrößte Vorstellung der Welt!"
Drinnen war es warm und voller weicher Lichter. Firlefanz und Papalapapp setzten sich auf die kuscheligen Sitze ganz vorn. Als Erstes kam Pippa, die Jongleurin. Sie wirbelte glühende Seifenblasen durch die Luft, immer mehr und immer höher, bis es aussah, als jonglierte sie mit lauter kleinen Monden.
Dann tanzte Filou, der Seiltänzer, hoch oben auf einem silbernen Mondstrahl, leicht wie eine Feder. Und die Pompom-Hüpfer, drei kugelrunde Fellknäuel, sprangen so hoch, dass sie fast die Zeltspitze kitzelten. Firlefanz klatschte und lachte, bis ihm vor Freude die Tränen kamen.
Dann wurde es ganz still. Die Lichter wurden weich und golden. Direktor Mondino hob langsam die Hand. "Und nun", flüsterte er, "kommt der Sternenschweif!" Aus dem Dunkel glitt ein riesiges, sanftes Wesen mit großen Flügeln und einem langen, funkelnden Schweif. Leise flog es unter der Zeltkuppel und streute überallhin glitzernde Sterne.
Der Sternenschweif zog seine Kreise, immer langsamer, immer sanfter. Die kleinen Sterne schwebten herab wie warmer, leuchtender Schnee. Die Musik wurde leiser und leiser, bis sie klang wie ein Schlaflied. Firlefanz lehnte sich an Papalapapp und gähnte. "Das war die schönste Vorstellung der ganzen Welt", murmelte er.
Direktor Mondino winkte ihnen zum Abschied mit seinem Zylinderhut. "Kommt bald wieder!", rief er leise. "Der Sternenschweif tanzt jede Nacht." Auf dem Heimweg schlief Firlefanz auf Papalapapps Rücken ein. Und über ihm leuchteten die Sterne, als hätte der Sternenschweif sie alle an den Himmel gestreut — nur für ihn.