Eine bunte Rakete steht plötzlich in Firlefanz' Garten — und wartet darauf, zu den Planeten des Sonnensystems zu fliegen!
Als Firlefanz an diesem Morgen aufwachte, rieb er sich verwundert die Augen. Mitten in seinem Garten stand eine große, bunte Rakete. Sie schimmerte in allen Farben des Regenbogens — rot, gelb, grün, blau und violett. Firlefanz drückte seine Nase an die Fensterscheibe. War das wirklich da? Ja — die Rakete war echt!
Beim Frühstück aß Firlefanz sein Brot mit Erdbeermarmelade und trank seinen Hagebuttenee. Dabei schaute er die ganze Zeit aus dem Fenster. Die Rakete glänzte wunderschön in der Morgensonne. "Mit so einer Rakete", dachte Firlefanz, "könnte man vielleicht bis zu den Planeten fliegen."
Firlefanz lief schnell zu Papalapapp. Der saß auf der Veranda und trank seinen Morgenkaffee. "Papalapapp! In meinem Garten steht eine bunte Rakete! Ich möchte damit zu allen acht Planeten fliegen!" Papalapapp stellte seine Tasse hin und lächelte. "Das ist eine wunderbare Idee. Darf ich mitkommen?" "Natürlich!", rief Firlefanz.
Gemeinsam zogen sie sich an. Firlefanz bekam einen silbernen Raumanzug, einen runden Helm und leuchtend rote Raumstiefel. Papalapapp wählte einen goldenen Raumanzug mit einem besonders gemütlichen Helm, der extra Platz für seine Ohren hatte. Dann stiegen sie zusammen in die bunte Rakete.
Mit einem großen WHOOOSCH schoss die Rakete in den Himmel. Sie flogen über sieben Wolkenmeere, durch sieben Sternennebel, an sieben Kometen vorbei, durch sieben Meteoritenschauer, über sieben Milchstraßen, durch sieben Galaxien und über sieben leuchtende Sonnenwinde. Schließlich tauchten die ersten Planeten vor ihnen auf.
Als erstes kamen Merkur und Venus vorbei. Merkur war ein kleiner, steingrauer Planet, und Venus war in dichte, orangefarbene Wolken gehüllt. "Hier ist es viel zu heiß für uns", sagte Papalapapp. Die Instrumente der Rakete piepsten zustimmend. Also winkten sie den heißen Planeten freundlich zum Abschied und flogen weiter.
Dann kam der Mars — leuchtend rot wie eine riesige Erdbeere. Als Firlefanz aus dem Fenster schaute, winkte eine kleine Gestalt herauf. Es war Pünktchen, ein Marsianerkind mit drei Augen und vier Armen. Pünktchen zeigte ihnen rote Felsen und Sandwirbel. Sie sammelten Marssteine und wurden sofort beste Freunde. "Kommt bald wieder!", rief Pünktchen beim Abschied.
Jupiter war gewaltig groß, mit einem riesigen roten Sturm auf seiner Oberfläche. Plötzlich schwamm ein freundlicher Wolkenfisch auf sie zu. "Ich heiße Wolki!", rief er fröhlich. "Dieser Sturm kitzelt mich immer so schön!" Firlefanz und Papalapapp lachten herzlich. Wolki machte Runden um die Rakete und winkte.
Saturn war der schönste Planet von allen. Seine goldenen Ringe glitzerten wie tausend Diamanten im Sonnenlicht. Ein kleines Ringwesen namens Funki tanzte um die Rakete herum. "Die Ringe bestehen aus Eis und Staub!", erklärte Funki stolz. "Ich surfe hier jeden Tag!" Firlefanz staunte mit offenem Mund. Er winkte Funki lange nach, als die Rakete weiterflog.
Dann kamen Uranus, in sanftem Blaugrün, und der tiefblaue Neptun. Dort wartete der alte Wellus — ein weiser Neptunian mit einem Bart aus Seegras. "Willkommen am Rand des Sonnensystems", sagte er leise. "Hier ist es ruhig und weit. Schaut, wie die Sterne von hier leuchten — jeder ein eigenes kleines Licht." Firlefanz schaute hinaus in die tiefe, stille Dunkelheit. Es war wunderschön.
Schließlich war es Zeit für die Heimreise. Firlefanz und Papalapapp verabschiedeten sich von Pünktchen, Wolki, Funki und dem alten Wellus. "Besucht uns bald wieder!", riefen alle zusammen, und ihre Stimmen klangen wie Musik im Weltall. Die bunte Rakete drehte sich um und machte sich auf den langen Weg zurück zur Erde.
Die Rakete landete sanft im Garten, als die Sonne tief am Horizont stand. Firlefanz und Papalapapp stiegen aus und schauten in den Abendhimmel. Dort oben leuchteten die Sterne — und vielleicht auch ihre neuen Freunde. Firlefanz gähnte, lehnte sich an Papalapapp und flüsterte: "Das war die schönste Reise der Welt." Dann schlummerte er friedlich ein.