← Alle Geschichten

Die Stadt der vergessenen Spielzeuge

Die Stadt der vergessenen Spielzeuge

Wo landen eigentlich all die verlorenen Spielzeuge? Firlefanz macht sich auf die Suche!

Firlefanz wachte auf und hörte etwas Seltsames. Auf dem Dachboden über seinem Zimmer klapperte es leise. "Was ist das denn?", murmelte Firlefanz und rieb sich die Augen.

Firlefanz kletterte die knarrende Leiter zum Dachboden hinauf. Dort, zwischen alten Kisten und staubigen Decken, fand er einen kleinen Holzzug mit abgeblätterter roter Farbe. "Dich kenne ich gar nicht", flüsterte Firlefanz. "Wo kommst du denn her?"

In der Küche machte sich Firlefanz ein Honigbrot und eine warme Milch. Er stellte den kleinen Zug neben seinen Teller. "Ob es noch mehr vergessene Spielzeuge gibt?", überlegte er kauend. "Und wo sie wohl alle hingehen?"

Firlefanz rannte zu Papalapapp. Der saß in seinem Sessel und trank Kaffee. "Papalapapp, wo gehen Spielzeuge hin, wenn man sie vergisst?" Papalapapp nahm den kleinen Zug in die Hand und lächelte. "Es gibt eine Stadt, ganz weit weg und gut versteckt, wo alle vergessenen Spielzeuge ein neues Zuhause finden." Er stand auf. "Ich zeige dir den Weg."

Firlefanz packte den kleinen Zug vorsichtig in seine Tasche. Er zog seinen grünen Hut auf, schnürte die Stiefel und nahm den Wanderstock. Papalapapp band sich seinen Schal um und packte eine Tüte Kekse ein. "Vergessene Spielzeuge freuen sich bestimmt über Besuch."

Sie wanderten los. Über sieben Meere, wo die Wellen alte Flaschenpost hin und her schaukelten. Über sieben Wüsten, wo der Wind leise Melodien pfiff. Über sieben Berge, sieben Flüsse, sieben Wälder und sieben blühende Wiesen. Je weiter sie gingen, desto mehr kleine, verlorene Dinge lagen am Wegrand: ein einzelner Buntstift, eine Murmel, ein Puppenschuh.

Hinter einem sanften Hügel, versteckt zwischen uralten Bäumen, lag plötzlich eine kleine Stadt. Die Häuser waren aus Bauklötzen gebaut, die Dächer aus buntem Papier, und die Straßen waren mit Murmeln gepflastert. "Die Stadt der vergessenen Spielzeuge", flüsterte Papalapapp.

Am Stadttor wartete ein großer, alter Teddybär mit einer winzigen Brille und einem freundlichen Lächeln. Sein Fell war an manchen Stellen dünn, aber seine Augen strahlten warm. "Willkommen! Ich bin Brummel, der Bürgermeister", sagte er mit tiefer, sanfter Stimme. "Besucher sind hier immer willkommen."

Brummel zeigte ihnen die Stadt. Stofftiere führten einen kleinen Laden, in dem sie Knöpfe und Bänder tauschten. Holzfiguren spielten auf einem Platz Fangen. Eine alte Puppe mit nur einem Schuh las den kleineren Spielzeugen Geschichten vor. "Hier ist niemand vergessen", sagte Brummel. "Hier hat jeder einen Platz."

Firlefanz holte den kleinen Holzzug aus seiner Tasche. "Ich habe ihn auf meinem Dachboden gefunden. Gehört er hierher?" Brummels Augen wurden feucht. "Das ist der kleine Rote! Er war vor langer Zeit hier, aber eines Tages ist er losgerollt, um die Welt zu sehen." Er nahm den Zug behutsam in die Pfoten. "Willkommen zu Hause, kleiner Freund."

Sie setzten sich alle zusammen auf den Marktplatz und teilten Papalapapps Kekse. Der kleine Rote fuhr fröhlich im Kreis um sie herum und tutete leise. Die Spielzeuge sangen ein Schlaflied, das so sanft war, dass Firlefanz langsam die Augen zufielen.

Als die Sterne über der kleinen Stadt aufleuchteten, trug Papalapapp den schlafenden Firlefanz nach Hause. Brummel winkte ihnen nach. "Kommt uns bald wieder besuchen!" Und in Firlefanz' Tasche lag ein winziger Holzwürfel, den ihm die Spielzeuge geschenkt hatten. Damit er sie nie vergisst. Und Firlefanz schlief tief und fest und träumte von einer Stadt, in der nichts und niemand vergessen war.