Woher kommen eigentlich Träume? Firlefanz will es herausfinden und reist hinauf zur geheimnisvollen Traumfabrik in den Wolken!
Als Firlefanz die Augen öffnete, lächelte er noch ganz verschlafen. Wieder hatte er diesen wunderschönen Traum gehabt: Er war mit einem warmen Stern an der Pfote durch eine weiche Nacht geflogen. Schon die ganze Woche kam dieser Traum jede Nacht zu ihm. "Wo kommen Träume eigentlich her?", fragte Firlefanz leise in sein Kissen.
Beim Frühstück knabberte Firlefanz an einer warmen Milchstulle und träufelte ein wenig Honig darauf. Während er kaute, schaute er aus dem Fenster in den weichen Morgenhimmel. Dort schwebten ein paar zarte Wolken vorbei — flauschig wie Watte. "Vielleicht weiß Papalapapp es ja", überlegte Firlefanz und sprang vom Tisch.
Drüben bei Papalapapp dampfte die Morgenkaffeetasse leise auf dem Tisch. Papalapapp saß im Lehnstuhl und blätterte in einem alten Buch. "Papalapapp, wo kommen Träume her?", fragte Firlefanz. Papalapapp lächelte tief und legte das Buch beiseite. "Hoch oben in den Wolken steht die Traumfabrik. Dort werden alle Träume gewebt. Wenn du magst — wir besuchen sie heute."
Firlefanz holte seinen weichen Reisemantel, festen Stiefel, Wanderstock und Hut. Papalapapp packte einen Korb mit Apfelschnitzen, eine Thermoskanne warmer Milch und ein winziges Notizbüchlein. Dann zogen sie die Tür hinter sich zu, winkten ihrem Häuschen zum Abschied und machten sich auf den weiten Weg.
Gemeinsam wanderten sie über sieben Meere, durch sieben Wüsten, über sieben Berge, an sieben Flüssen entlang, durch sieben Wälder und über sieben windige Hügel. Endlich, ganz hoch oben, sahen sie eine schmale Wolkentreppe aus weichem Mondlicht, die hinauf in den Himmel führte. Ganz sanft stiegen sie hinauf.
Oben auf einer großen, flauschigen Wolke stand ein wunderschönes, rundes Häuschen mit vielen kleinen Türmchen und weichen Schornsteinen. Aus den Schornsteinen kringelten zarte, bunte Wölkchen — rosa, lila, hellblau und mintgrün. "Das ist sie", flüsterte Papalapapp ehrfürchtig. "Die Traumfabrik."
Die runde Tür öffnete sich langsam, und heraus blinzelte eine alte, kuschelige Eule mit grauen, weichen Federn und einer leicht schiefen Schlafmütze. "Oho — Besuch!", schnurrte sie freundlich. "Ich bin Schnurr, der Traummeister." "Kommt nur herein, ihr beiden. Hier oben träumt es sich am allerschönsten."
Drinnen war es weich und gemütlich wie in einem Federbett. Überall summten kleine flauschige Wesen umher — die Traumweber. Mit winzigen Pfötchen sponnen sie an goldenen Spinnrädern weiche Träume, leicht und luftig wie Zuckerwatte. Manche Träume waren blau wie das Meer, manche orange wie der Sonnenuntergang. Firlefanz staunte mit weit offenen Augen.
Schnurr führte Firlefanz zu einem winzigen Spinnrad, das ganz still wartete. "Hier kannst du dir deinen eigenen Traum spinnen", sagte Schnurr leise. Firlefanz schloss die Augen und dachte an warme Sterne und sanfte Flügel. Schon begann das Rädchen sich zu drehen, und ein weicher, silbrig-blauer Traum wurde gesponnen.
Ein Traumweber reichte Firlefanz ein kleines, rundes Glas. Sanft fing er den fertigen Traum darin auf — der Traum funkelte wie ein winziger Sternennebel. Schnurr drückte einen weichen Korken auf das Glas. "So", sagte er warm. "Den legst du heute Nacht unter dein Kissen. Dann darfst du ihn träumen."
Sie verabschiedeten sich von Schnurr und allen Traumwebern. Die Wolkentreppe trug sie sanft wieder hinab in die Welt. Auf dem ganzen Heimweg trug Firlefanz das Glas vorsichtig in beiden Pfoten. Der kleine Traum darin schimmerte still vor sich hin — als ob er sich schon auf die Nacht freute.
Als Firlefanz und Papalapapp wieder im Garten standen, ging die Sonne golden unter, und die ersten Sterne kamen heraus. Firlefanz schlüpfte in sein Bett, legte das Glas behutsam unter sein Kissen und gähnte tief. "Gute Nacht, kleiner Traum", flüsterte er. Und schon flog er wieder mit einem warmen Stern an der Pfote durch eine weiche Nacht — und schlummerte glücklich ein.